Was ist die NWO (New World Order)?

Henry Kissinger
Henry Kissinger (1975)

Wenn man die Kontrolle über die Nahrungsmittel hat, hat man die Kontrolle über das Volk. Hat man die Kontrolle über das Erdöl, so hat man die Kontrolle über die Nationen. Wenn man Kontrolle über das Geld hat, kontrolliert man die Welt.»
Henry Kissinger

«Kontrolliere das Geld, und du kontrollierst die Politik; Kontrolliere die Waffen, und du kontrollierst den Krieg; kontrolliere die Schulden, und du kontrollierst Alles.»
Neoliberale Funktion, aus Let’s make Money

Über die NWO möchte ich nicht allzu viel spekulieren, zu schwammig ist dieser ganze (Verschwörungs-) Themenbereich. Aber ich gehe mit absoluter Sicherheit davon aus, dass die 147 grössten Unternehmungen (siehe Artikel des Tages Anzeiger am Ende dieses Blogs) sich untereinander dermassen eng absprechen, wie sie mit Investitionen verfilzt sind. So dass sie einen globalen, totalen Krieg sicher nicht zulassen werden und auch in der Lage sind, dies zu bewirken.

Die Marken des Bösen
Dies ist Teufelszeug: Die Marken des Bösen. Nicht kaufen!

Ausgangslage

Grundsätzlich denke ich, dass ein Krieg zu verhindern PR-technisch die einfachere Massnahme ist – weil, niemand will Krieg. Einen anzuzetteln ist da schon schwieriger, natürlich, weil über einen Winkelzug erst Angst oder Habgier getriggert werden muss, bevor die Motivation zu Aggression in eine Richtung gelenkt werden kann. Das ist teuer und braucht Zeit – drum hält der kluger Machthaber seine Sklaven an kurzer Leine, verharrt inmitten im Winkelzug. Das ist jahrtausende alte Taktik und verbreitete sich, wie ich vermute, mit der Sesshaftigkeit und dem Patriarchat nachhaltig.

Allgemein wird angenommen, das Ziel der NWO wäre eine Zweiklassengesellschaft – eine kleine Elite und eine grosse Sklavenschaft. Davon gehe ich auch aus, weil seit Thatcher und Reagan tatsächlich zu sehen ist, wie genau dies in Amerika konkret passiert. Und erschreckend fortschreitet. Hinter den zwei genannten Galionsfiguren scheinen Interessen zu stecken, und damit Menschen, die diese vertreten. Im allgemeinen Verständnis sind wohl die Teilnehmer der «Bilderberg-Treffen» die treffendste Menge der Akteure – die Strategen werden wir kaum zu Gesicht bekommen.

China buys Greece
China buys Greece (Jeff Danziger, www.voxeurop.eu)d

Beobachtungen

Diese Menschen führen den eigentlich nicht unsozialen Urkapitalismus ad absurdum zu einem Finanz- oder Raubtierkapitalismus neoliberaler Ideologie. Nach der wird jeder und alles zu einem Produkt und privatisiert, damit es besessen werden kann und einen Mehrwert generiert: Luft, Strassen, deine Leber, Fenchel, Fenchelsamen, Gene des Fenchel, die Technik, das Fenchelgen zu manipulieren; alle natürlichen Fenchelgene, von denen zwei masslos überteuert auf dem Markt gelassen werden; das Ziel ist es, dass jeder Fenchel auf der Welt von einem Monopol kommt. Selbst jener aus deinem Bio-Urban-Garten, nicht wahr.

Abseits von ein paar (Nicht-) Gesetzen, internationalen Zollrichtlinen und Freihandelszonen, steuerfreiem Einkommen aus Finanzgeschäften muss «die Elite» nicht allzu aktiv sein. Wir zerfleischen uns, exakt im Winkel gehalten, von selbst. Das ist wohl der Hintergrund der Strategie in China, dass die freiheitliche Demokratie eine ziemlich idiotische Sache ist – viel zu teuer, die ganzen Mittelschichtler zu kontrollieren, wenn es ihnen zu gut geht. Der Neoliberalen Grundstrategie nun ist, dass es allen richtig schlecht geht und daran kräftig verdient wird; dann ein Geschäft daraus zu machen, das Schlechte vordergründig zu heilen. Auch hier wären keine Manipulationen nötig, denn das Dogma nach grösstem und schnellstem Profit lässt jeden von uns automatisch alles und jeden als ein Marktobjekt bewerten – das saugen wir mit dem Elternverhalten auf. Es reicht, ab und an mal Krisenherde aufrecht zu erhalten oder zu verschieben, wenn sie ausgebrannt sind.

Let's make Money – The Movie
«Lassen Sie Ihr Geld arbeiten». Wenn man über diesen Spruch nachdenkt, kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass das ein unfassbarer Schwachsinn ist. Geld kann nicht arbeiten. Arbeiten können Menschen, Maschinen und vielleicht noch Tiere.

Dies Thema finde ich in der österreichischen Dokumentation «Let’s Make Money» wunderbar umgesetzt. Didaktisch, redaktionell und ästhetisch ein wahres Kunstwerk!

Alternativen

Zu guter Letzt, frei phantasiert nach Isaac Asimovs Trilogie «Fundation», die ich jedem zur Steigerung des Verständnis‘ menschlichen Massenverhaltens und der Kulturevolution nahe legen möchte, eine ganz andere Interpretation der Ziele der NWO: Was wäre, wenn man psychohistorisch berechnen oder mit einer Gottesfunktion hellsehen könnte, dass die menschliche Kultur-, Technik- und Prägungsevolution sich derart asynchron entwickeln, dass mit grösster Wahrscheinlichkeit ein Super-Crash das markante Ungleichgewicht bereinigen würde (vor Allem die technischen Möglichkeiten versus der Moral, sie anzuwenden). Jahrhunderte oder gar Jahrtausende der Barbarei stünden vor uns, weil der Verlust sämtlichen Wissens und Technologie zu beklagen wäre. Nach dem Dunklen Mittelalter also die Dunkle Neuzeit.

Der Versuch einer Elite nun, den Globus mit einem Masterplan (Neoliberalismus) per Express mehr oder weniger kontrolliert an die Wand zu fahren, hätte wohl das strategische Ziel «Ein Ende mit Schrecken statt ein Schrecken ohne Ende». Irgendwann würden die Menschen sich der Welt erinnern, die sie eigentlich möchten – und das Wissen wäre noch da, die notwendigen Reformen durch zu führen. Die Elite wäre in dieser These der liebevolle Papa, der zuschaut, wie sich sein Kind die Finger am Herd verbrennt – in der Hoffnung, ein solch kontrollierter Unfall wäre das kleinste Übel von allen.

Ich denke, ob jetzt nun mit oder ohne NWO (Struktur), Geheimgesellschaften (Strategen), Hochfinanzler (Akteure), Politiker (Strohmenschen) oder schlicht als logische Folge des Verlaufs der Prägungs-, Kultur- und Wissenschaftsevolution: Wenn der kommende Kollaps dazu dient, dass der Karren Menschheit so schnell in die Scheisse fährt, dass er nicht zum stehen kommt, sondern ein kleines, rettendes Momentum behält, heisse ich ihn willkommen.

Soviel lernte ich mit meinem Land Rover: Alles ist gut! Wirklich ALLES ist gut! Solange du nicht stecken bleibst! Denn das würde heissen, man hätte vielleicht Technik, die man noch bedienen und eventuell auch warten kann, aber nicht mehr entwerfen oder gar bauen. Wenn eine Gesellschaft Wissen verliert, brechen düstere Zeiten an – es ist der kulturevolutionäre Supergau. Um beim Bild zu bleiben:

Die zentrale Frage

Wenn nun tatsächlich auf solch strategischer Ebene Eliten Menschheitsgeschicke planen würden, und die klassischen Geheimgesellschaften dahinter stecken täten, würde ich erwarten, dass es genau darum ginge, diesen Gau zu verhindern. Es macht schlicht keinen Sinn, die Natur zugunsten einer Zweiklassengesellschaft global zu zerstören, wie man es der NWO unterstellt. Und Feudalismus kann keine Hightech-Gesellschaft bilden, behaupte ich, weil Sklaven schlicht zu schlechte Ingenieure und Wissenschaftler abgeben. Vielleicht aber haben auch einfach weisse Mäuse einer finanzkräftigen Ethnie ins Gehirn geschissen, damit diese als Marionetten den grössten Reichtum (auch des kapitalistischen!) zunichte machen: Die genetische Vielfalt, als Rache sozusagen. >:)

Borg_2366
Borg_2366: Wiederstand ist nicht zwecklos!

Nein, selbst aus neoliberaler Marktsicht macht es keinen Sinn, die Natur zu zerstören – es muss tiefere Gründe geben. Die einzig sinnvolle Vorstellung einer NWO im klassischen Verschwörungssinne wäre im Dunstkreis radikaler Transhumanisten – alle anderen Ideologien würden die Biologische Vielfalt hüten wie ihr Augapfel. Transhumanisten könnten die Natur zugunsten der Kulturevolution opfern wollen – aber ich glaube nicht, dass die Bilderberger dumm oder Transhumanisten sind.

Also, wenn man aus heute zu beobachtenden Tendenzen eine New World Order ableitet, die bewusst inszeniert wird, müssen die Akteure radikale Transhumanisten sein oder ein anderes, tieferes Ziel verfolgen. Auf jeden Fall gilt:

Wiederstand ist nicht zwecklos! 🙂

Zumindest der gegen den eigenen Roboter. Jener gegen eine äussere Lebensart manchmal, zumindest, ermüdend. Das lohnt nicht. Aber jeder Cent, den wir ausgeben, hat eine Wirkung.


Wenn 147 Konzerne die ganze Wirtschaft kontrollieren

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Forscher der ETH haben die Weltwirtschaft systemtheoretisch unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Ein paar Konzerne besitzen die Macht über den globalen Kapitalismus. Dies birgt hohe Gefahren.

23.10.2011

ETH-Forscher aus dem Bereich Systemdesign haben den globalen Kapitalismus mit den Methoden der modernen Systemtherorie unter die Lupe genommen. Ihr Schluss: Eine kleine Gruppe von 147 Firmen kontrolliert den Grossteil der übrigen Wirtschaft.Die Forscher filterten aus der Datenbank Orbis – diese enthält die Einträge von rund 37 Millionen Firmen – etwas mehr als 43’000 multinationale Konzerne heraus, welche durch wechselseitige Aktienbesitze vernetzt sind. Gemäss «SonntagsZeitung» stiessen die Systemtheoretiker bei der weiteren Analyse von Besitz- und Machtverhältnissen auf einen Kern von 1318 Firmen, die dank Aktien grosse Teile der Realwirtschaft kontrollieren.

Finanzinstitute im Zentrum

Damit waren die Forscher noch nicht im effektiven Zentrum der Machtkonzentration angelangt. Denn innerhalb des Netzwerkes stiessen sie erneut auf eine Einheit von 147 Konzernen, die noch stärker vernetzt sind. Diese Konzerne haben nicht nur eine fast vollständige Kontrolle über sich selber, sie beherrschen auch rund 40 Prozent der übrigen Wirtschaft. «Wir hatten nicht erwartet, dass die Macht im Zentrum derart konzentriert sein würde», meint einer der Studienautoren, James Glattfelder, gegenüber der «SonntagsZeitung».

Ebenfalls spannend: Rund drei Viertel der Mitglieder der Super-Einheit gehören der Finanzindustrie an. Im Zentrum steht der britische Finanzmulti Barclays. Die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse folgen auf den Plätzen 9 und 14. «Wir haben die Daten mit verschiedenen Modellen durchgerechnet und kamen immer zu sehr ähnlichen Ergebnissen», sagt Glattfelder. «Das Zentrum blieb weitgehend stabil.»

Wettbewerb wird behindert

Die starke Machtballung steht nicht nur im Widerspruch zu einem demokratischen Staatsverständnis, sie gefährdet durch ihre dichte Vernetzung auch die Stabilität des Systems. Glattfelder: «Das Gesamtsystem wird so instabiler, weil sich Probleme leicht ausbreiten können.» Ein Beispiel dafür sind die Auswirkungen, welche der Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers (sie rangiert auf Platz 34) auf die Finanzwirtschaft hatte.

Diese Konzentration von Macht behindert aber auch den Wettbewerb. Die Mitglieder des Kerns seien durch gemeinsame Interessen verbunden, das mache Reformen schwierig, sagt Glattfelder: «Wenn sich eine solche Struktur einmal gebildet hat, lässt sie sich kaum mehr aufbrechen.» (kpn)

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